Dr. Irene Binder LL.M

Näheres zur Person in einem Interview

Das Interview führt Hirsa Navid – Initiatorin des SAM-Circles

Wer sind Deine Ansprechpartner beim Mandanten?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Aufgabenstellung und der Unternehmensgröße ab, wie zB der/die LeiterIn einer Abteilung im Vertrieb, der/die Head of IT, ein/e UnternehmensjuristIn, der/die Geschäftsführer/In oder Vorstand/Vorständin.

Was schätzen Deine Mandanten besonders an Dir?

Die Mitarbeiter eines Unternehmens, insbesondere das Management, sind täglich mit unglaublich vielen Herausforderungen und Problematiken konfrontiert. Ich versuche daher an die Aufgabenstellungen business-orientiert und pragmatisch heranzugehen. Und zwar so ausführlich als nötig im Sinne der Compliance, aber gleichzeitig so knapp als möglich; beispielsweise kann die unternehmensinterne Datenschutz-Richtlinie für ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitern 30 Seiten umfassen, 15 Seiten tun es aber auch, vorausgesetzt die Kernthemen der DSGVO in Bezug auf das Unternehmen sind abgedeckt.
Außerdem sind mir kurze Kommunikationswege wichtig. Ich bin für meine Mandanten persönlich und rasch erreichbar. Wenn etwas dringend ist, signalisieren mir das meine Mandanten und ich richte mich danach. Manche Angelegenheiten können auch gleich telefonisch abgehandelt werden. Ich arbeite sehr gerne und erfolgreich mit den jeweiligen Verantwortlichen auf Seiten meiner Mandanten zusammen. Ich erachte es als einen großen Vorteil, Kompetenzen, Ideen und Sichtweisen bündeln zu können.

Du gibst auf Deiner Homepage Kompetenzen im IT-Umfeld an. Wie hat sich das entwickelt?

Während meiner mehrjährigen Tätigkeit für Oracle beginnend in 2001 habe ich eine gewisse „IT-Affinität“ im internationalen Konzern entwickelt, die mittlerweile nicht nur die Perspektive des Herstellers, sondern auch jene des Kunden und des Anwalts umfasst. Das Thema „Software“ führt neuerdings unweigerlich zum Thema „KI“. In der IT war „Compliance“ und „Governance“ immer schon ein wesentliches Thema. Und aufgrund der Datenverarbeitung in der Software, ist auch das Thema „Datenschutz“ naheliegend. Mit dem Thema „öffentliche Ausschreibungen“ kam ich durch meine Tätigkeit bei Oracle im Kundensegment „Public Sector“ in Berührung. Außerdem habe ich meine Dissertation bei Univ. Prof. Josef Aicher im Bereich der Vergabe von Software verfasst. Daraus hat sich ein in sich „stimmiges rundes Portfolio“ entwickelt.

Was sind die wichtigen Themen in den nächsten 10 Jahren aus Deiner Sicht?

Ich würde sagen: Cybersecurity, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, intelligente Systeme, die Daten sammeln, analysieren und darauf reagieren können, Datenschutz und Businessethik.

Was ist eines der größten Probleme Deiner Mandanten ihre IT betreffend?
Eines der wichtigen Themen sind die unaufhörlichen Preissteigerungen, insbesondere verbunden mit dem Druck der Hersteller in Auditsituationen. Das kann dann zu hohen Ausgaben führen, die nicht budgetiert sind.
Privat bist Du sehr naturverbunden?

Ja, ich wohne am Land in einem 300 Jahre alten Sacherl und habe ein buntes „Team“ an Tieren, einem Pferd, ein Pony, Esel, Schafe, Hunde und Katzen.

300 Jahre alt?
Ja, der Ursprung war tatsächlich in 1770, davon gibt es Aufzeichnungen. Inzwischen wurde es natürlich weiterentwickelt, aber der Ursprung als Holzhaus mit Schindeln und Kastenfenstern ist geblieben.
Was war dein lustigstes Erlebnis mit deinen Tieren?
Es gibt irrsinnig viele lustige Erlebnisse. Eines davon ist sicher, wenn man eine Stange am Koppelzaun anschrauben will und dann rennt ein Esel mit dem Schraubenpackl davon.
Was schätzt Du am ländlichen Leben?
Es ist ein super Ausgleich zur beruflichen „Denkarbeit“. Es kommt sogar oft vor, dass ich während der Arbeit im Stall eine tolle Idee für eine berufliche Angelegenheit habe.